Relevante EU-Richtlinien

Die von der Europäischen Union verabschiedete Bauprodukten-Verordnung (BauPVO) definiert die europaweit geltenden Ansprüche an Bauprodukte. Das gilt auch für technische Dämmstoffe. Richtlinien – wie solche zur Energieeinsparung und Abmilderung des Klimawandels (EED) – werden daneben von den EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt.

Bauproduktenverordnung (BauPVO)

Seit 2013 gilt in Europa die neue Bauprodukten-Verordnung. In allen Mitgliedsstaaten ist sie als gemeinsame europäische Bestimmung rechtlich bindend und bedarf keiner Umsetzung in nationales Recht. Als oberstes Ziel fördert sie den freien und ungehinderten Warenverkehr aller geprüften Bauprodukte innerhalb der EU. Zur praktischen Umsetzung definiert die BauPVO „harmonisierte technische Spezifikationen“, die europaweit zu einheitlichen Produkt- und Prüfstandards für Bauprodukte führen sollen.


Die BauPVO regelt im gesamten EU-Raum die Anforderungen an Sicherheit und Tauglichkeit von Produkten, die dauerhaft in Bauwerken des Hoch- und Tiefbaus verwendet werden. Mit einer obligatorischen Leistungserklärung macht der Hersteller konkrete Angaben zu den Leistungen und wesentlichen Merkmalen seines Produktes. Die Erklärung dient als Voraussetzung, um Produkte aus dem Baubereich als zulässiges Handelsgut eindeutig zu deklarieren und mit dem universalen CE-Kennzeichen zu versehen.

EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED)

Die EU-Energieeffizienz-Richtlinie zielt darauf ab, die Energieeffizienz innerhalb des EU-Raums zu verbessern und den Energieverbrauch zu verringern. Treibhausgasemissionen sollen kostenwirksam gesenkt und der Klimawandel deutlich abgemildert werden. Bereits im Jahr 2007 haben sich die EU-Mitgliedsstaaten strategisch darauf verständigt, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Um den bisherigen Rückstand aufzuholen, untermauert die 2011 verabschiedete Energieeffizienz-Richtlinie (2012/27/EU) dieses Zielsetzung nochmals mit verschärften Anforderungen an die Mitgliedsstaaten.

Demnach sind die EU-Länder dazu angehalten, nationale Ziele festzulegen und Reformprogramme umzusetzen. Konkret müssen sie von 2014 bis 2020 Energieeinsparungen in einer Höhe von 1,5 Prozent pro Jahr für ihren jährlichen Endenergieabsatz erzielen. Bezugsgröße ist hier der durchschnittliche Energieabsatz der Jahre 2010 bis 2012. Zur Erfüllung dieses Ziels können die Länder frei wählen, ob sie die nationalen Energieversorger zur Einsparung von Endenergie verpflichten oder andere Instrumente wie Förderprogramme oder Energiesteuern nutzen. Die Länder sind zu jährlichen Berichten über den Status quo der erreichten nationalen Einsparziele verpflichtet. Als Maßnahme zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden kommt auch die technische Isolierung mit FEF- und PEF-Dämmstoffen in Frage.