Verpflichtender Leistungsnachweis

Die Abgabe einer Leistungserklärung (Declaration of performance) bildet die Grundlage zur CE-Kennzeichnung und erfolgt nach einem Abgleich mit den von der EU festgelegten „harmonisierten technischen Spezifikationen“. Die Leistung eines Bauproduktes wird gemäß BauPVO in Bezug auf seine relevanten Merkmale definiert. Gleichzeitig dokumentieren die Hersteller, dass sie die Verantwortung für die Übereinstimmung des Bauproduktes mit der abgegebenen Leistungserklärung tragen und die europäischen Rechtsvorschriften einhalten.

Die Leistungserklärung informiert über alle relevanten technischen Eigenschaften. Für technische Dämmstoffe sind Angaben zur Wärmeleitfähigkeit und zum Brandverhalten obligatorisch. Als zusätzliche Leistungsmerkmale spielen  der Wasserdampfdiffusionswiderstand und die thermische Belastbarkeit eine wichtige Rolle. Um die Maßgaben zu erfüllen, ist zunächst eine Erstprüfung erforderlich, die später durch werkseigene Produktionskontrollen ergänzt wird.

Geprüft werden nach europäischen Normen:
  • Brandverhalten (für Anwendungen, die Regelungen über das Brandverhalten bedürfen)
  • Wärmedurchlasswiderstand
  • Wasseraufnahme / Wasserdampfdiffusionswiderstand
  • Temperatureinsatzbereich
  • Abgabe gefährlicher korrodierender Substanzen

 

Europäische Produktnormen für Dämmstoffe zur technischen Gebäudeausrüstung wurden so überarbeitet, dass sie der aktuellen BauPVO entsprechen. Dasselbe gilt für Dämmstoffe, die betriebstechnische Anlagen isolieren. Zusätzlich werden auch erweiterte Grundanforderungen berücksichtigt, zum Beispiel für Hygiene, Gesundheit und Umwelt.

Die Mitgliedsunternehmen der CEFEP haben sich unter dem Dach der Güteschutzgemeinschaft Hartschaum e.V. vereint, um die Umsetzung der EU-Normen sachgerecht und umfassend durchzuführen. Damit bekennt sich die Interessengemeinschaft zu einer einheitlichen Gütesicherung für FEF- und PEF-Dämmstoffe. So sind Händler, Bauplaner und Handwerker bei der Produktwahl stets auf der sicheren Seite.

Hinweise zu den spezifischen Leistungsangaben sind jeweils auf den Webseiten der Hersteller, in den detaillierten Produktbeschreibungen sowie auf direkte Nachfrage erhältlich.

Klassifizierung des Brandverhaltens

Mit der Einführung europäischer Brandklassen (A bis F) wurden länderspezifische Klassifizierungen abgelöst. Unterschieden wird zwischen ebenen Produkten (Dämmplatten) und linearen Produkten (Dämmschläuchen). Letztere werden zusätzlich mit einem tiefgestellten „l“ gekennzeichnet. Für brennbare Dämmstoffe findet das SBI-Prüfverfahren (Single Burning Item) Anwendung, das den Beitrag des Bauprodukts zu einem sich entwickelnden Brand bewertet. Hinzu kommt der Entzündbarkeits-Test. Neu sind die Angaben für Rauchbildung „s“ (für „smoke“) und brennendes Abtropfen „d“ (für „droplets“).

Infos zu EU-Richtlinien

@ Rainer Sturm / pixelio.de

Die BauPVO ist das wichtigste Traktat von seiten der Europäischen Union für die europäische Baustoffindustrie.
Hinweise dazu, welche EU-Richtlinien darüber hinaus eine wichtige Rolle für den Einsatz von technischen Dämmstoffen spielen, finden Sie hier.